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Kirchenmusik für die Ukraine   

Benefizkonzert am 14. Juli 2026 in der Christuskirche

Konzert UkraineKrieg ist weit mehr als die bewaffnete Auseinandersetzung verfeindeter Staaten, mag das auch im Bild der Öffentlichkeit so scheinen. Krieg ist ein Zustand, der in alle Lebensbereiche der Menschen schmerzhaft eingreift. So müssen die öffentlichen Finanzen für überlebenswichtige Zwecke eingesetzt und dazu anderswo eingespart werden. Dass davon auch das Musikleben betroffen wird, spürt die Bevölkerung der Ukraine seit viereinhalb Jahren: Veranstaltungen fallen aus, Gehälter können nicht mehr gezahlt werden, Studien müssen abgebrochen werden, Perspektiven schwinden. Auch wenn noch so viel gespart und gestrichen wird: Ohne finanzielle Unterstützung aus dem Ausland käme das Musikleben weitestgehend zum Erliegen. Jede Initiative dafür ist daher begrüßenswert. Und genau da setzen Prof. Ortwin Benninghoff (Orgel) aus Oberhausen und seine ukrainische Ehefrau Oksana Popsuy (Violine) an, wenn sie Konzerte veranstalten, um mittels der eingehenden Spenden die durch den Krieg in Not geratenen Musiker und Musikerinnen der „Camerata Chernihiv“ der Musikhochschule in Chernihiv zu unterstützen.

So gaben sie jüngst ein öffentliches Konzert in der Christuskirche mit Werken für die seltene und interessante Besetzung Violine und Orgel, für die es nur wenige Originalkompositionen gibt – zumeist aus der Barockzeit und der Spätromantik bis Moderne. Von dem Salzburger Hofkapellmeister Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 – 1704) erklang die erste Sonate „Mariae Verkündigung“ aus den „Rosenkranzsonaten“, von dem Münsterländer Kirchenmusiker Gregor Westkemper die harmonisch interessante Partita für Orgel „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Von der ukrainischen Komponistin Elena Kalina waren zu hören: „1770 – eine Serenade“ (im frühklassischen Stil) und die gefällige Suite „Wandlungen von Beethoven“. Zwei Stücke von Ortwin Benninghoff selbst rundeten das Programm ab: Die abwechslungsreiche „Suite piccolo“ sowie die Suite „Is starogo wremeni“ („Aus alter Zeit“), die auf Benninghoffs Zeit als Mitglied des Chernihiver Orgeltrios beruht. Sie stellt an die Geigerin erhöhte Ansprüche wie Doppelgriffe, die von ihr aber mühelos gemeistert wurden. Musikalisch harmonierten die beiden Künstler hervorragend; der Orgelklang war ausgewogen, und der Geigenklang klar und sonor, mit wohltuend dosiertem, nicht übertriebenem Vibrato. Für die Kirchenmusik in Berchtesgaden war dieses ungewöhnliche Konzert eine Bereicherung. Den beiden Künstlern wünscht man noch viele erfolgreiche Auftritte im Dienst ihrer vorbildlichen Sache.

Text: Roland Beier; Foto: Alexander Stocker