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Konzert des Mozartchors Salzburg mit der Halleiner Chorgemeinschaft „Pro vobis“ in der Christuskirche Berchtesgaden

am 21. Juni 2026

Konzert des Mozartchors in der ChristuskircheWieder einmal gastierte der renommierte Mozartchor Salzburg in der Berchtesgadener Christuskirche, diesmal gemeinsam mit der Halleiner Chorgemeinschaft „Pro vobis“.

Das anspruchsvolle Programm zeigte zwei unterschiedliche musikalische Welten auf: Im ersten Teil wird die Welt des Nordlichts in Liedern und Kompositionen schwedischer, finnischer und lettischer Komponisten widergespiegelt. Sie schildern die Verbundenheit von Mensch und Natur in Tagesablauf vom Morgen bis in die Nacht, beispielsweise den Empfang heimkehrender Seefahrer durch die Frauen, ein Wiegen- und ein Schlaflied oder die Abenddämmerung. Musikalische Mittel wie schlichte Melodik, die Untermalung durch die schwermütigen Klänge einer Bassflöte (hier: Vera Klug), herbe Harmonik, an- und abschwellende Dynamik bis fast zur Unhörbarkeit und nordischer Sprachklang ließen die Zuhörer diese Welt verspüren. Die jeweiligen Texte trug die Dirigentin vor.

Kaum kontrastreicher vorstellbar war der zweite Teil des Konzerts: Die Messe mit Madrigalen „a little jazz“ des 1955 geborenen Briten Bob Chilcott. Die traditionellen Teile einer Messe sind hier ergänzt durch Stücke, die menschliche Emotionen ausdrücken, so z. B. „Tränen der Trauer“ oder „Irdisches und Himmlisches“. In Töne gesetzt werden sie durch Chor, Klavier (hier: Anastasia Kulikova) und Schlagzeug (hier: Max Wies) mit Stilmerkmalen des Jazz wie ostinatem Swingrhythmus, synkopierten Tonfolgen und Jazz-Harmonik. So entsteht ein mitreißendes Klangerlebnis, das im abschließenden Agnus Dei kulminiert, um dann im pianissimo auszuklingen. Solche Klänge hat man in der (bis auf den letzten Platz besetzten) Christuskirche wohl noch nicht erlebt. Die Zuhörer bedankten sich mit begeistertem Beifall. Er galt Sängern und Instrumentalisten, besonders aber der Dirigentin Daria Rumiantceva, die das Konzert überzeugend und souverän leitete. Interessanterweise war es zugleich ihre Masterprüfung im Fach „Chordirigieren“ nach fünfjähriger Ausbildung am Mozarteum. Hoffentlich wird man noch einiges von ihr hören!

Text: Roland Beier; Foto: privat