Humor als Lebensstrategie
Jubiläumsaufführung des Weißblauen Beffchens am 1. Februar 2026
Nachdem die Kabarettgruppe "Weissblaues Beffchen" bereit vor zwei Jahren in der Aula des Gymnasiums aufgetreten und das Publikum begeistert hatte, war der Ansturm auf die Vorstellung am Sonntag an gleicher Stelle erwartbar gewesen.
Doch was ist das Besondere gerade an diesem Kabarett gegenüber anderen? Nun, es ist recht einfach, die Fehler Anderer zu pointieren und dabei Applaus einzuheimsen. Anders sieht es aus, wenn man sein eigenes Tun kritisch, aber augenzwinkernd betrachtet.
Wohl deshalb konnte man bei dieser Veranstaltung auch einige Pfarrer von Nachbargemeinden im Publikum finden. Zahlreiche Sketche behandelten Pfarramtsekretärinnen als die wahre Macht im Pfarrhaus, Kirchenvorstandssitzungen, Krabbelgruppen, Schwund beim Gottesdienstbesuch, und unseren Lifestile. Im Lied "Lustige Flagellanten " wurde die Selbstzüchtigung im Mittelalter transformiert in die heutige Zeit als Geiselung für die Traumfigur und die Suche nach Wellness und nach einer bekannten Schlagermelodie parodiert, sehr zum Vergnügen des Publikums.
An dieser Stelle soll auch die musikalische Qualität herausgehoben werden, denn Josef Höglauer am Klavier und Anne-Bärbel Ruf-Körver mit der Geige brachten richtig Schwung und Stimmung in die Aula, genauso wie der Gesang zusammen mit Irene Geiger-Schaller und Hannes Schott.
Viele von uns runden gerne bei der Arbeitsbelastung im Beruf etwas auf, aber was ist, wenn plötzlich der Tod dasteht und einen mitnehmen will? Aber in der Verhandlung mit dem Sensenmann waren es dann doch nur 35 Stunden, nur zu Weihnachten a bisserl mehr.
Was in vielen Kabaretts fehlt, ist eine positive Zielrichtung, meist überwiegen Ironie bis hin zum Sarkasmus. Hier setzte der zweite Teil einen absolut positiven Grundton. Der überaus vielseitige Hannes Schott schlüpfte in die Rolle des Schlagersängers Howard Carpendale und brachte mit "Hello again" eine ungewöhnliche Version der Auferstehung Jesu. Den Schlusspunkt nach einem eineinhalb stündigen Programm bildete das Lied "Eins kann mir keiner nehmen und das ist die Lust am Christenleben", dem das Publikum klatschend folgte.
Text und Fotos: Wolfgang Sauer
