Weihnachtskonzert des Ensembles „Gradus ad Parnassum“
in der Christuskirche Berchtesgaden am 5. Januar 2026
Zu Jahresbeginn zwischen Neujahr und dem Dreikönigsfest fand auch heuer wieder in der gut besetzten Berchtesgadener Christuskirche ein Weihnachtskonzert statt. Wie im vergangenen Jahr trat das Ensemble „Gradus ad Parnassum“ aus München unter der Leitung von Felix Thiedemann auf. Eines seiner klanglichen Kennzeichen ist die Verwendung von Originalinstrumenten aus der Barockzeit wie Gambe, Barockposaune, Zink (Vorläufer der Trompete) und Dulcian (Vorläufer des Fagotts).
Zur Aufführung gelangte diesmal die „Historia der freudenreichen Geburt Jesu Christi“ von Heinrich Schütz, einem Spätwerk dieses bedeutenden Barockkomponisten aus dem Jahre 1664. Musikalisch geschildert wird die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukasevangelium von der Reise von Maria und Joseph nach Bethlehem über Jesu Geburt bis zu seiner Jugendzeit. Neu an diesem Werk war seinerzeit die Auflockerung der Gesangsstücke durch die reichliche Einbeziehung instrumentaler Nummern mit charakteristischem Kolorit für die jeweilige Szene. So werden beispielsweise Hirtenszene, Wiegenlied, Engelsverkündung oder die Hohenpriester musikalisch illustriert. Die dazwischen geschobenen Bibeltexte werden vom Evangelisten gesungen (hier die warme und füllige Tenorstimme von Luca Gotti).
Eine Besonderheit dieser Aufführung war die Durchsetzung des Schütz’schen Werkes mit Kompositionen anderer bedeutender Komponisten der Barockzeit wie Michael Praetorius, Samuel Scheidt, Melchior Franck und Johann Rosenmüller. Ein gelungenes Experiment, das unseren heutigen Ohren Entspannung und Innehaltung bescherte!
Die musikalische Qualität der einzelnen Sänger und Instrumentalisten ließ nicht zu wünschen übrig und erbrachte den typischen barocken Wohlklang. Dass es sich darüber hinaus um einen einheitlichen und eingespielten Klangkörper handelt, geht auch daraus hervor, dass man keines eigenen Dirigenten bedurfte, sondern sich „blind“ verstand.
Das Publikum sparte nicht mit Beifall und sang zum Abschluss gemeinsam mit den Musikern ein traditionelles Kirchenlied: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“: Ein guter Start ins neue Jahr!.
Text: Roland Beier, Fotos: Alexander Stocker, Pfarrer Christian Gerstner



